Lösungsorientierte Reflexion

In den meisten Fällen bekomme ich oder auch meine Agile Coach Kollegen nach einer Retrospektive, einem Workshop oder auch nach einem Coaching Feedback. Teilweise ist es eingefordert und teilweise geben die Teilnehmer selbst Feedback.

In der letzten Woche durfte ich eine andere Form des Lern- und Reflexionsprozess kennenlernen.
Ich gebe Feedback, in dem ich beobachte, Ideen gebe und bewerte. Es sind gut gemeinte Ratschläge der Feedbackgeber (Beobachter), die in geringem Maß tatsächlich zum Weiterlernen genutzt werden.

Gerade wenn es um Kollegen geht, die für ihre Arbeit Feedback brauchen, ist es viel kongruenter, mit gezielten Fragen den Lern- und Refelxtionsprozess zu fördern.

Das Tool „Lösungsorientierte Reflexion“ beschreibt Dr. Peter Szabó im Buch „Train the Coach: Methoden“ ausführlich.

Jenseits von Feedback: eine kongruente Form, Coaching auch in der Auswertung zu praktizieren

–Dr. Peter Szabó

Vier Fragen für den Start

Fragen statt Sagen: Bevor ihr beginnen könnt, müsst ihr noch ein paar Vorbereitungen treffen. Zu den Vorbereitungen gehören vier Reflexionsfragen. Ich favorisiere ein Flipchart zur Visualisierung.

Lösungsorientierte Reflexion [1]

  1. Womit bist Du am meisten zufrieden?
  2. Was war Dein nützlichster Beitrag?
  3. Was wirst Du aus dieser Lernerfahrung unbedingt weiterhin tun?
  4. Was würdest Du jetzt im Nachhinein anders machen?

Es muss nicht jede Frage beantwortet werden. Schaut einfach mal nach, welche der Fragen für Euch nützlich sein kann.

Erfahre noch mehr

Möchtest Du die Fragen noch Vertiefen, hat es sich bewährt mit Vertiefungsfragen zu arbeiten.

Noch ein paar Beispiel [2]

zu Frage 1: Womit noch bist Du zufrieden? Wie hast Du das hingekriegt?

zu Frage 2: Was hast Du daraus gelernt?

zu Frage 3: Was wirst Du möglicherweise sogar noch ausbauen?

zu Frage 4: Ganz konkret, wie packst Du es ein nächstes Mal anders an?

Zum Abschluss könnt ihr noch die Frage stellen, wie nützlich war die Reflexion auf einer Skala von 1-10 für Dich.

Einsatzgebiete

Das Tool eignet sich hervorragend im Einsatz

  • nach einem Workshop,
  • einer Retrospektive
  • nach einem Coaching
  • in einer Supervision

Fazit

Diese Art weiter zu lernen ist sehr effektiv für den Lern- und Reflexionsprozess. In dem ich mich mit Fragen auseinandersetzten muss, beginnt der Suchprozess in meinem Gehirn. Es beleibt mehr hängen und ist deutlich nachhaltiger für das eigene Weiterlernen.

Feedback zu geben, halte ich weiterhin für sehr sinnvoll. Die lösungsorientierte Reflexion sehe ich als sehr nützlich, da der Fokus auf die bereits funktionierende Dinge gelegt wird. Ich könnte mir vorstellen, bei häufiger Anwendung der Lösungsorientierten Reflexion, dass Feedback überflüssig wird.

Wie nützlich ist dieser Beitrag auf einer Skala von 1-10 für Dich?

Probiert es einfach mal aus und schreibt mir Eure Erfahrungen zum Tool. Ich freue mich über Kommentare und Teilen meines Beitrag.

[1] Bernd Schmidt, Oliver König (Hrsg.): Train the Coach: Methoden. managerSeminar Verlags GmbH, 2014, S. 94.
[2] Bernd Schmidt, Oliver König (Hrsg.): Train the Coach: Methoden. managerSeminar Verlags GmbH, 2014, S. 95.